U – Kirchen ABC
Uhr
Seit gut 500 Jahren gibt es Uhren an Kirchtürmen. In jener Zeit waren die Kirchtürme die höchsten Gebäude eines Dorfs oder einer Stadt. Und weil die Menschen noch keine Taschenuhren hatten, war es sinnvoll, eine Uhr daran anzubringen, die man von überall her sehen konnte.
Unser Vater (auch: Vater Unser; Gebet des Herrn)
Das "Unser Vater" ist das Gebet aller Christen auf der ganzen Welt. Es wird auch "Gebet des Herrn" genannt, weil Jesus selbst es seinen Jüngern gelehrt hat (Matthäus 6, 9-13; Lukas 11, 2-4).
Das Unser Vater wird in jedem Gottesdienst, meist im Stehen, von der ganzen Kirchgemeinde gemeinsam gesprochen.
Urne (siehe Beerdigung)
W – Kirchen ABC
Weihnachten
Weihnachten ist das Fest der Geburt von Jesus Christus in Bethlehem. Das Wort "Weihnachten" kommt vom Mittelhochdeutschen "ze den wihen nahten", was "zu den geweihten Nächten" bedeutet. Ursprünglich feierte die christliche Gemeinde keine Weihnachten, sondern die Taufe Jesu am 6. Januar.
Was am Geburtstag von Jesus genau geschah, kann im Lukas-Evangelium nachgelesen werden (Lukas 2, 1-20).
Weihnachtsbaum (Christbaum)
Es gab schon lange den Brauch, während der düsteren Winterzeit grüne Pflanzen als Hoffnung auf neues Leben und Kerzen als Hoffnung auf Licht ins Haus zu nehmen. Erst vor ungefähr dreihundert Jahren wurde der Christbaum zu einem Symbol für die Weihnachts- und Adventszeit.
Weihnachtsmann (siehe Samichlaus)
Weihrauch
Weihrauch ist das getrocknete Harz des Boswellia-Baums. Wenn man Weihrauch auf glühenden Kohlen langsam verbrennt, verströmt er einen weissen, gut riechenden Rauch.
Gold, Weihrauch und Myrrhe bracht die drei Weisen aus dem Morgenland zum Christkind an die Krippe. Aus diesem Grund wird in besonders feierlichen katholischen Gottesdiensten Weihrauch verbrannt.
Weihwasser
Weihwasser ist gewöhnliches Trinkwasser, über dem vom Priester ein Segensgebet gesprochen wurde. Weihwasser befindet sich am Eingang jeder katholischen Kirche. Die Gläubigen bezeichnen sich damit in Kreuzform und mit der Taufformel "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" und erinnern sich so an ihre eigene Taufe.
Z – Kirchen ABC
Ziviltrauung
Die Ziviltrauung gehört eigentlich nicht zu den Kirchen-Begriffen. Sie hat nichts mit der Kirche zu tun. Wer heiraten will, muss sich auf dem Standesamt trauen lassen. Dabei kommt es (im Gegensatz zur kirchlichen Hochzeit) nicht darauf an, welcher Konfession die Ehepartner angehören.
Zwingli, Huldrich (Huldrych/Huldreich)
Huldrich Zwingli lebte vom 1. Januar 1484 bis zum 11. Oktober 1531 in der heutigen Schweiz. Ursprünglich hiess er Ulrich (nach dem heiligen Ulrich von Augsburg), nannte sich dann aber Huldrych, weil er es nicht passend fand, nach einem katholischen Heiligen benannt zu sein.
Zwingli war Pfarrer, zuerst in Glarus und Einsiedeln, dann in Zürich. Er war der erste Schweizer Reformator und unter seinem Einfluss wurde Zürich im Jahr 1525 reformiert. Seine Übersetzung der Bibel ist bekannt unter dem Namen "Zürcher Bibel" und wird in der Regel noch heute in der schweizerischen reformierten Kirche verwendet.
Zwingli kritisierte an der katholischen Kirche ganz ähnliche Sachen wie Luther. Allerdings ging er in gewissen Punkten bedeutend weiter. So sagte er zum Beispiel, dass alle religiösen Bilder unchristlich sind, und verbot, abgesehen von einem einfachen, leeren Kreuz, alle Bilder und Figuren in reformierten Kirchen. Er berief sich dabei auf die Bibel: "Du sollst dir kein Gottesbild machen, keinerlei Abbild, weder dessen, was oben im Himmel, noch dessen, was unten auf Erden, noch dessen, was in den Wassern unter der Erde ist …" (2. Mose 20, 4–6)